Beim Agrardialog auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers in Haste tauschten sie und Dr. Franziska Kersten, Agrarsprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sich mit Vertretern des Landvolks Weserbergland und Mittelweser, den Kreislandwirten aus Nienburg und Schaumburg, dem RLB Raiffeisen Landbund eG sowie Landwirten und Lohnunternehmern aus den Landkreisen Nienburg und Schaumburg über aktuelle Herausforderungen und politische Erwartungen aus.

Im Mittelpunkt standen mehrere zentrale Themen:

  • Biogasanlagen: Betreiber kritisierten die aktuell fehlenden politischen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Biogasanlagen. Probleme seien unter anderem der sogenannte Maisdeckel, Regelungen zur Reststoffverwertung und Vorgaben im Abfallrecht. Die Politikerinnen sagten zu, die Anliegen in Berlin einzubringen. Gleichzeitig werde an einem neuen Konzept für Biogasanlagen gearbeitet.

  • Sauenhaltung: Die Landwirte äußerten große Sorgen über die Zukunft der Schweinezucht. Die gesetzlichen Anforderungen und notwendigen Investitionen seien für viele Betriebe kaum finanzierbar. Kersten betonte die Bedeutung der Sauenhaltung für die Unabhängigkeit der deutschen Schweineproduktion und verwies auf laufende Gespräche zur Förderung des Stallumbaus.

  • Bürokratieabbau: Die Landwirtschaft kritisierte den hohen Dokumentationsaufwand und unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern. Kersten verwies auf zahlreiche bereits vorliegende Vorschläge zum Bürokratieabbau, die noch abgearbeitet werden müssen.

  • Biber und Naturschutz: Vertreter des Landvolks machten auf Schäden und Probleme aufmerksam, die durch die Rückkehr des Bibers für landwirtschaftliche Flächen und Bewässerungssysteme entstehen. Sie forderten praktikable Lösungen, die sowohl den Artenschutz als auch die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigen.

  • Weitere Themen: Diskutiert wurden außerdem steigende Düngerkosten, Lohnabschläge für Saisonarbeitskräfte, Importe von ukrainischem Weizen sowie Fragen zum Erschwernisausgleich für Biotope.

Abschließend betonten Völlers und Kersten die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs mit der Landwirtschaft und kündigten an, den Dialog auch künftig fortzuführen.