Trotz Sorge vorerst noch keine Stallpflicht im Landkreis Holzminden
Mit dem herbstlichen Vogelzug breitet sich die Geflügelpest wieder zunehmend aus. In diesem Jahr sind besonders Kraniche betroffen. Parallel dazu ist auch die Zahl der Ausbrüche von Geflügelpest in Geflügelbeständen sprunghaft gestiegen. Betroffen sind Hühner-, Gänse-, Enten- und Putenbestände in aktuell sieben Bundesländern, darunter auch Niedersachsen. Um die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern werden in den betroffenen Fällen Bestände getötet, Restriktionsgebiete eingerichtet, in denen strenge Auflagen für die Geflügelhalter gelten. Die Lage ist also ernst, aber aktuell für den Landkreis Holzminden noch nicht akut.
„Wir nehmen, was die potenzielle Bedrohung durch das Vogelgrippe-Virus betrifft, regelmäßig Risikobewertungen vor“, erklärt Dr. Anke Rothe dazu. Von einer Aufstallungspflicht für den Landkreis könne im Moment aber noch abgesehen werden, vor allem aus folgenden Gründen: Die Vogelgrippe, im Fachjargon Aviäre Influenza (AI) genannt, ist bei Wildvögeln im Landkreis bisher noch nicht nachgewiesen worden. Zudem gibt es im Landkreis Holzminden vergleichsweise wenige Geflügelhalter. Mit ca. 725 angemeldeten Haltern und knapp 36.000 Tieren liegt der Landkreis weit unter dem, was in anderen Landkreisen gemeldet ist. Außerdem liegen die Ställe nicht in der Nähe von typischen Rastplätzen der Zugvögel, die für eine Ausbreitung der Geflügelpest verantwortlich zeichnen.
Die Geflügelpest ist eine durch Viren ausgelöste, anzeigepflichtige Tierseuche beim Geflügel. Alle Geflügelarten, aber auch Zier- und Wildvögel sind empfänglich. Bei Wasservögeln (z. B. Enten, Gänse) verläuft die Krankheit in der Regel mild oder symptomlos. Hühner und Puten hingegen erkranken oft und sterben nach kurzem, schweren Krankheitsverlauf. Die Vogelgrippe verursacht neben großem Tierleid auch immense wirtschaftliche Schäden.
Menschen erkranken nur in seltenen Einzelfällen, hierzu bedarf es eines sehr intensiven Kontakts mit erkranktem Geflügel. In Deutschland ist noch kein Fall bekannt geworden. Auch der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist bei Beachtung der üblichen Hygiene- und Zubereitungsregeln unbedenklich. Säugetiere wie Hunde und Katzen können sich vereinzelt infizieren, wenn sie sehr intensiven Kontakt mit erkrankten oder toten Vögeln oder deren Ausscheidungen haben. Insofern sollten Hunde und Katzen möglichst nicht mit Wildvögeln und Vogelkot in Kontakt kommen.
Detaillierte und aktuelle Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI).
https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/geflugel/geflugelpest/geflugelpest/aviare-influenza-190642.html
https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/geflugel/geflugelpest/geflugelpest/informations-merkblatter-und-downloads-190699.html
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/
Das Kreisveterinäramt fordert alle Geflügelhalter auf, ihre Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Dazu gehören unter anderem Desinfektionsmaßnahmen und strenge Zutrittsregeln für betriebsfremde Personen. Gehäuft auftretende Erkrankungen und/oder Todesfälle im Bestand sind dem Veterinäramt unverzüglich mitzuteilen. Alle Geflügelhalter, auch Hobbyhalter, sind gesetzlich zur Einhaltung grundlegender Vorsorgemaßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung des Virus in ihre Bestände verpflichtet. Gleichermaßen sind auch Tiertransporteure und Tierärzte zu erhöhter Wachsamkeit und hoher Sorgfalt in puncto Reinigung und Desinfektion aufgerufen.
Tote oder kranke Vögel sollen nicht angefasst oder mitgenommen werden. Bei gehäuftem Auffinden toter Wildvögel benachrichtigen bitte das Veterinäramt Holzminden unter 0 55 31 707 347.
Auch in den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont besteht im Moment (Stand 29.10.2025) keine Stallpflicht.
Bitte informieren Sie sich aktuell auf den Seiten der Veterinärämter der jeweiligen Landkreise.
https://www.hameln-pyrmont.de/
https://www.landkreis-holzminden.de/