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Bückeburg. Das Thema Landwirtschaft bewegt derzeit nicht nur diejenigen, die es als praktizierende Landwirte hautnah betrifft, es bewegt die ganze Gesellschaft. Dieser Eindruck konnte einmal mehr heute auf unserem Landvolktag im Bückerburger Ratssaal gewonnen werden. 

Das allein sollte uns alle freuen. Denn Landwirtschaft betrifft uns alle - schließlich brauchen wir alle etwas zu essen. Aber: Wir brauchen nicht zuletzt auch etwas zu trinken. Der Schutz des Wassers ganz grundsätzlich war deshalb ein zentrales Thema, mit dem wir uns heute auf dem Landvolktag auseinandergesetzt haben.

Prof. Dr. Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum zeigte dabei in einem hervorragenden Vortrag, wie es um unsere Wasserqualität bestellt ist und welche Rückstände sich finden lassen. Eine Menge inzwischen - was nun einmal auch daran liegt, dass Forscher wie Prof. Dr. Licha immer genauer und immer mehr Substanzen (152.000.000!) durch modernste Messtechnik analysieren können. Der berühmte Zuckerwürfel, der im Bodensee nachgewiesen werden kann, ist mittlerweile noch genauer, auch in größeren Gewässern nachweisbar.

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Immer mehr Daten, betonte der Referent in diesem Zusammehang, würden jedoch nicht gleich ein Mehr an Informationen bedeuten. Sie müssten auch in einen richtigen Zusammenhang gestellt werden. Und dass die Landwirtschaft heute der bedeutenste Verursacher von "kritischen" Rückständen sei, stellte Prof. Dr. Licha auch anhand von einigen Beispielen und Zahlen deutlich infrage.

Das Fazit von Prof. Dr. Licha und das des Landvolktages könnte deshalb lauten: Nehmen wir das Vorhandene nicht hin. Hinterfragen wir es. Und schaffen wir damit neues Vertrauen - in die Rechtmäßigkeit von Messverfahren (wie beispielsweise der Nitratmessung) und für den Wert unserer heimischen Landwirtschaft, die für uns alle da ist.